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SchmetterTing RPG Talk – Episode Zero (Staffel 1)

Alles neu macht der – ähm September. Der SchmetterTing Podcast meldet sich zurück und aus der Raupe ist nach der Verpuppungs-Pause ein wahrer Schmetterling geworden! 

Da es zwei Flügel zum Fliegen braucht, wird Dyn ab jetzt von Lilli als Co-Moderatorin unterstützt.

Podcast

Herunterladbar hier auf archive.org in anderen Dateiformaten

In dieser Folge sprechen wir darüber, wie es zu dem “Wir” überhaupt kam und was unsere Rollenspiel-Hintergründe sind. Dabei darf der Bezug zur World of Darkness natürlich nicht fehlen!

Also freut euch auf Fachsimpeleien, tiefgreifende Erkenntnisse (Jäger gehen schneller kaputt, weil es ja nur Menschen sind -Dyn) und ein flammendes Plädoyer dafür, den eigenen Spielstil zu finden.

Ganz nebenbei erklärt Dyn die Unterschiede der verschiedenen Welten in der World of Darkness und vergleicht Vampire, Werwölfe, Magier, Geister und Wechselbälger. Außerdem gibt Dyn auch einen kleinen Einblick in den eigenen Weltenbau, der seit gut 15 Jahren anhält.

Da 45 Minuten Podcast aber natürlich zu kurz für so ein umfassendes Thema sind, werden wir die verschiedenen Aspekte der WoD in den kommenden Folgen weiter beleuchten.

Dafür geht’s im Oktober weiter mit den Vampiren.

It’s good to be back!

Dyn & Lilli

Addendum: Euch wird sicherlich aufgefallen sein, dass Lilli Dyn die ganze Folge über mit männlichen Pronomen bezeichnet hat. Das war so abgesprochen, aber seitdem ist einige Zeit vergangen und Dyn hat die Pronomen gewechselt.
Zudem spricht Dyn die ganze Zeit von japanischen Vampiren – gemeint sind aber Ostasiatische (Japaner, Chinesen, Koreaner etc.) Vampire.

Transkript

Spoiler
D: Herzlich willkommen beim SchmetterTing RPG Talk! Ich bin Dyn und habe Begleitung heute.
L: Hallo ich bin Lilli!
D: Ganz kurz für die Leute die mich noch nicht kennen: Ich mache jetzt seit 20 Jahren Rollenspiel mit Pause und seit zehn Jahren aber regelmäßig online. Also regelmäßig heißt, mindestens einmal die Woche, hauptsächlich die klassische World of Darkness und mittlerweile auch ein paar Indie-Spiele dazu.
L: Ja, ich bin Lilli, wie eben schon frech dazwischen gerufen. Ich bin jetzt seit anderthalb Jahren aktive Rollenspielerin, davon vorwiegend tatsächlich ganz klassisch Dungeons & Dragons, die 5. Edition, zwischendrin auch mal ein bisschen Pathfinder oder ein paar Indie Systeme. Und seit einem guten halben Jahr jetzt mittlerweile spiele ich tatsächlich auch in der World of Darkness und das nicht, wie die anderen Spiele, ganz klassisch am Tisch, sondern virtuell – und ja das ist das tatsächlich worüber Dyn und ich uns auch kennengelernt haben: Dyn ist nämlich mein Spielleiter in der World of Darkness.
D: Naja, fast! Also ich bin Spielleitung, aber die World of Darkness ist nicht unser erstes Einstiegs-kennenlernen-Rollenspiel gewesen.
L: Stimmt, da sind wir alle gestorben in dem Spiel.
D: Wobei, das stimmt auch nicht – also nein, es ist so, dass das Spiel, das System, das ich selber entwickle noch, das heißt halt „Wir Werden Alle Sterben“ und das Szenario dazu ist halt Daughters of Darkness gewesen und da habe ich online gesucht, Spieler und Spielerinnen und ja, das war so ganz zufällig eigentlich. Eigentlich warst du gar nicht eingeplant, ne?
L: Das stimmt, ich habe mich so ganz frech in die Runde rein gedrängelt. Ich habe auf Roll20 gesehen, dass du ausgeschrieben hast, und dachte: Hey das klingt mega cool, da habe ich Bock drauf! Hatte gerade kurz vorher auch wieder gerade Fury Road Mad Max geschaut…
D: Oh ja, das passt ja!
L: …und war voll im Thema drin. Hab dir dann geschrieben und hatte dann Glück, dass jemand von der Runde abgesagt hat – oder, so war das doch?
D: Nein, eigentlich hatte ich geplant, dass es drei Spieler sein sollen und du warst Spieler Nummer 4!
L: Ah!
D:.. und ich habe dann gesagt: Naja, jetzt so der nächste Termin wäre halt dann und wenn du dann kannst, und wenn das nicht zu spontan ist…und das hat dann alles geklappt. Und ja, ich hatte dann eine Runde mit 4 Spielern und Spielerinnen und das war perfekt eigentlich. Die Gruppe war super zusammen und das waren auch nicht zu viele Leute – und ja dadurch haben uns kennengelernt. Das war als Few Shot ja geplant, wie oft haben wir gespielt, zweimal, dreimal? Ich weiß es gar nicht so genau.
L: Dreimal glaube ich.
D: Ja, beim ersten Mal haben wir die Charaktererschaffung gemacht, genau. In meiner World of Darkness-Runde sah es halt gerade so aus, dass wir halt eine Spielerin weniger sind und wir haben eigentlich schon, ich glaub, ein halbes Jahr geguckt wen wir dann dazu einladen und ja ich kam dann auf dich!
L: Und ich hatte Interesse! Genau, vielleicht als kurzer Zwischenruf: Wer Interesse hat, sich anzuhören, was das denn für eine Mad Max Welt ist, die da passiert und wo die Lilli so frech sagt, dass alle sterben, obwohl man gar nicht stirbt, der kann sich im Actual Play von SchmetterTing tatsächlich anhören, was wir da gemacht haben.
D: Genau!
L: Bonuspunkte, wer meine Stimme erkennt. Lasst es mich wissen!
Genau, aber ja, World of Darkness – du hattest mir das gesagt, ich war anscheinend nicht nur in meiner ersten „hallo-das-klingt-voll-cool-was-du -machst-ich-will-mitmachen“-E-Mail super sympathisch, sondern anscheinend in dem Spiel auch einigermaßen zivilisiert, dafür, dass es meinen aller-allererstes Onlinespiel tatsächlich war. Ich habe vorhin nur am Tisch gespielt, noch nie online. Natürlich aus der Jugend, wie man das so kennt, man chattet dann doch über Skype und hat irgendwann keinen Bock mehr zu schreiben und telefoniert dann. Aber Rollenspiel online hatte ich tatsächlich noch nie gemacht. Ja, und dann kam mir das ehrlich gesagt relativ gelegen, dass du nach der World of Darkness geschaut hast, weil ich damit seit Jahren schon geliebäugelt habe, tatsächlich, aber auch immer so ein bisschen Vorbehalte hatte, weil man ja dann doch öfter hört, liest, Erfahrungsberichte…gut, die hört man auch – dass es da ja gegebenenfalls, je nachdem natürlich wen man als Spielleitung hat, mit der Welt ein bisschen schwierig sein kann, bzw auch mit dem ganzen System.
Und du hast mich aber dankenswerterweise mal zuhören lassen, bevor sowohl die Gruppe sich für mich entschieden hat als auch ich mich für die Gruppe entschieden hab, und ich fand die Welt halt cool, die Leute klangen alle super sympathisch, ja und dann dachte ich: Ich versuchs einfach mal.
D: Also wir haben ja sowieso eine spezielle Konstellation, weil ich ja nicht alleine Spielleite, sondern wir sind zu zweit – das kommt ja noch hinzu. Und ja, meine World of Darkness ist meine World of Darkness. Das D hinten steht nicht für Darkness sondern für Dyn. World of Dyn.
L: Das gefällt mir sehr gut, das sollten wir beibehalten!
D: Ja, es ist tatsächlich so, ich habe jetzt vorher, bevor ich vor 10 Jahren angefangen habe, online zu spielen, weil ich Kinder bekommen habe und es praktischer war, habe ich auch Tischrunden gespielt, und das war fast nur World of Darkness. Ich hab zwar mit DSA angefangen, ich hab auch mal kurz AD&D gespielt und noch ein paar andere Systeme so auf Cons ausprobiert aber die World of Darkness, da bin ich hängengeblieben. Habe halt mit Vampire angefangen, was zu dem Zeitpunkt, glaube ich, der normale Start war, weil das auch das System war, was zuerst übersetzt war auf Deutsch – und ja es war schon immer so, dass die Welt war zwar so ganz schön, aber der Kanon an sich und was man da alles machen kann der war schon immer problematisch, so, das habe ich, glaube ich, damals auch einfach schon gespürt und habe Dinge einfach angepasst und der Kanon in meiner Welt passt deswegen auch nicht unbedingt zu dem – also, der Kanon, die Lore – das ne, das Haupt…, wie das alles ist – es gibt ja auch zig Bücher, die man theoretisch auch noch alle kennen müsste. Da war ich damals immer eingeschüchtert, ich habe zwar World of Darkness gespielt, aber wenn ich auf Cons gegangen bin, oder auch so mit quasi fremden Spielrunden, die halt nicht meine Spieler waren, da habe ich dann immer gedacht: Uh, die wissen alle soviel, die haben jedes Buch gelesen und die erzählen dir sowieso „das ist alles gar nicht so und bla“ und da habe ich gedacht: Nein, das ist mir zu doof, ich mache das selber. Gerade weil man – also ich war ja damals auch noch recht jung, sag ich mal, ich bin eine junge Rollenspielerin gewesen, also ich habe mit 14 Jahren überhaupt angefangen und war, ich glaube, 2 Jahre später schon in der World of Darkness, da hattest du dann halt Leute die waren über 20 Jahre und meistens männlich.
L: Ich wollt gerade sagen: World of Darkness ist vielleicht auch das perfekte Thema für 14, Halleluja. Aber wir haben alle im Teenageralter Medien konsumiert, für die wir eigentlich noch zu jung waren.
D: Das stimmt. Naja, auf jeden Fall war ich so ein bisschen eingeschüchtert, hab deswegen mein eigenes Ding gedreht mit meinen Spielern und Spielerinnen, und ja so hat sich das entwickelt. Es ist tatsächlich so, dass in der Runde, in der du jetzt mitspielst, teilweise NPCs rumlaufen, die ich damals vor 15 Jahren erstellt habe.
L: Das ist ja cool.
D: …die sich aber halt weiterentwickelt haben, die mehr Hintergrund bekommen haben und mehr Verstrickungen. Und keine Ahnung, meine ganzen Kampagnen haben ein paar NPCs tatsächlich, die immer wieder auftauchen.
L: Irgendwie entwickelt man dann halt doch seine Lieblinge, oder?
D: Ja, wobei es auch neue Lieblinge gibt in dieser Kampagne zum Beispiel. Aber das ist was für wann anders, glaube ich, da können wir ein anderes Mal ganz viel drüber reden. Der Punkt ist jetzt eigentlich: Warum ist meine World of Darkness anders als der Kanon oder die Lore?
Ich hab’s ja schon angedeutet, es gibt problematische Sachen, es gibt eben Dinge: Beispiel: Vampire hat halt, die Fähigkeiten, die man da hat, die können halt dafür sorgen, dass ein Mensch dir hörig wird, zum Beispiel.
L: Mh, schwierig.
D: Dass du seine Gedanken beeinflussen kannst, dass du ihn mit Blut füttern kannst und dann muss er dir gehorchen quasi und so. Das ist…in der Geschichte so an sich geht es noch, aber in dem Moment, wo du PvP hast – also Player versus Player, ne?, Spieler gegen Spieler, dann wird’s hakelig. Deswegen habe ich Vampire von Anfang an immer versucht so aufzubauen, dass die Charaktere miteinander agieren müssen, weil es immer Spieler oder Spielerinnen gab, die halt ihr Wissen über den Hintergrund zum einen oder eben auch die Fähigkeit des Charakters so benutzt haben, dass andere Spieler Charaktere quasi ja in ihrem ganzen Intrigensumpf so manipuliert wurden, dass sie eigentlich zu Recht den Spaß am Spiel auch verloren haben, ne.
L: Klar, das macht natürlich überhaupt gar keinen Spaß, wenn mir jemand erzählt, wie ich meinen Charakter zu spielen habe, oder aber mir keine andere Wahl lasst, als meinen Charakter auf eine bestimmte Art und Weise zu spielen, weil hat jemand die Regeln so gut kennt, dass der sie für sich selber biegen kann, wenn man das Biegen nennen kann und das macht natürlich überhaupt gar kein Spaß.
D: Ja, das Problem ist halt einfach wenn du die Regeln kennst, der andere kennt sie nicht her und er weiß dann auch nicht was er dagegen tun könnte z.B., ne? Das ist halt…, und vor allem weil ich ja auch… ich bin kein Freund von Würfeln bin, ich gucke manchmal auf die Werte und sag „ja, kannst du“ oder „ne, vergiss es“ einfach, um quasi zu sagen: Ja, du hast das gesteigert, der hat den und den Wert, also kann er den und den Eindruck vermitteln, da muss du jetzt nicht drauf Würfeln. Meistens ist es also im positiven Sinne, wenn ich weiß, okay, der so uns so viele Punkte, dann sag ich: Du musst nicht würfeln, mach einfach.
L: Du lässt eine coole Aktion oder Ergebnis zu, weil es halt im Spiel oder in der Situation Spaß machen würde oder Sinn macht und nicht, weil es jetzt die Regeln festschreiben.
D: Genau. Wenn man aber die Regeln aufs Knie runterbricht, dann kann man solche Sachen …erstmal kaputt machen, und man kann es sehr unschön werden lassen. Und wenn man da auf den eigenen Vorteil aus ist… ich hab halt Rollenspiel so gelernt, dass es ein Spiel ist miteinander. Und nicht gegeneinander. Und das hat mich bei Vampire extrem gestört. Als ich da die ersten Male auch online gespielt habe, wo ich da natürlich auch mit fremden Spielern zu tun hatte.
Wo ich dann erstmal gelernt habe, was das bedeutet. Was man da machen kann, was man halt auch Schlimmes machen kann. Es ist jetzt nie so gewesen, dass es, keine Ahnung, sexuell übergriffig wurde oder sowas im Spiel, aber alleine schon wirklich alle Karten auf den Tisch zu legen und zu sagen: Ok, das und das und das kann ich jetzt machen und dann ist dein Charakter eigentlich mundtot, oder hat nichts mehr zu sagen, oder ich habe ihm jetzt die Chance, die er hatte, kaputt machen können, weil das und das und das.
Und online hast du ja auch das Ding: Früher hat man ja so Zettelchen rumgereicht in der Tischrunde, online schreibst du denjenigen halt einfach an, und die Spieler kommen dann halt auf mich zu: `ich mache das und das im Hintergrund´ und die Anderen kriegen das halt nicht mit – und das war nicht so meins – überhaupt nicht. Also keine Ahnung, Vampire hat sowieso den Tonus: Du bist nichts, wenn du anfängst, alle anderen Vampire sind eh mächtiger als du, die haben in der Gesellschaft mehr zu sagen, und so weiter und so fort – du bist einfach nur der Dreck unter deren Schuh. Soweit, so gut, du kannst dich ja hocharbeiten, darum geht’s ja eigentlich auch. Das ist halt wieder dieses nach unten treten da und dann alle auf der gleichen Stufe anfangen und dann ein Spieler sagt: Ja ok, ich möchte jetzt kein Dreck mehr unter Schuhen werden – dazu muss ich aber die Anderen noch kleiner machen, ne? Ja, das ist schon schwierig.
L: Ich finde, das macht dann auch keinen Spaß. Ich meine, natürlich das ist echt immer auch so eine „Wie spiele ich, wie will ich spielen“-Frage, mit der sich aktuell gefühlt alle Rollenspiel Podcasts beschäftigen, in einer oder der anderen Weise, aber ich denke das ist auch eine ganz wichtige Diskussion und das ist auch sehr gut, dass dass echt eine Unterhaltung ist, die mittlerweile auch wirklich sehr offen und von verschiedenen Facetten beleuchtet geführt wird. Weil – ich glaube jeder von uns hat schon mal mit jemanden gespielt, der oder die andere Ziele hatte oder ein anderes Verständnis von Rollenspiel hatte, und da merkt man ziemlich schnell, dass man sich gegenseitig damit das Spiel total verhageln kann und einfach ein paar Stunden zusammensitzt und keinen Spaß hat. Weil keiner von beiden so wirklich voran kommt in die Richtung, wie man das gerne hätte. Und ja, also ich finde, das eine super Entwicklung die ist da momentan gibt, eben auch durch dieses ganze virtuelle Spiel. Dass es einfach so viele verschiedene Möglichkeiten gibt sich jetzt in Runden zusammen zu finden und die Gespräche auch einfach zu führen. Also ganz viel ist ja auch, wenn man damit nie zu tun hatte, mit einer gewissen Frage oder mit der Möglichkeit, dass andere sich davon auf die Füße getreten fühlen könnten, dann beschäftigt man sich damit natürlich auch überhaupt nicht und hat dann so sein Bild vor Augen.
Ja, und ich find’s gut, dass das jetzt aufbricht und dass man eben auch die Möglichkeit hat zu sagen: Hey cool, deine Welt, wie du sie spielst, gefällt mir total gut, weil ich eben… unabhängige Charaktere mag, weil ich queere Charaktere mag, weil ich eine diverse Gruppe mag, weil ich mich mit dem Thema Verlust gerade auseinander setzen will, oder was auch immer, und man nicht mehr drauf angewiesen ist, das die Leute auch im gleichen Dorf wie man selber sitzen oder vielleicht noch ein Dorf weiter.
D: Ja, das stimmt
L: Sondern dass man eben die Möglichkeit hat zu sagen: Hey, das ist cool wie du spielst, ich habe da auch Bock drauf und selbst wenn wir ganz weit auseinander sitzen, können wir trotzdem zusammen spielen.
D: Ja, das ist ja auch mit der Grund gewesen, warum ich online angefangen habe. Also erstmal, klar, ich habe Kinder gekriegt, ich konnte nicht mehr so viel spielen wie vorher und ein ganzes Wochenende irgendwo zocken, oder so. Aber die Leute sind auch alle woanders hingezogen, die, die ich halt von den Tischrunden kannte. Ich spiele deswegen teilweise immer noch mit denen, nur wir wohnen halt… 500 km voneinander entfernt. Und es ist, also ich muss sagen, seitdem ich in diese Indie-Szene reingeploppt bin, gibt es viel mehr Austausch in die Richtung. Ich denke, dass die Leute, die halt nur diese großen Systeme kennen, vielleicht, also ich sag mal das old school rp, dass die da so ein bisschen festgefahrener sind. Ich bin halt sehr begeistert davon gewesen was es noch für Möglichkeiten gibt, wie man halt noch anders spielen kann. Ich meine, ich bin immer der hochgelobte Spielleiter gewesen, der toll Geschichten und alles, und dann lerne ich Spiele kennen, die ohne Spielleitung funktionieren. Und die funktionieren gut! Ich war so begeistert!
L: Endlich konnte der immerwährende Spielleiter auch mal wieder selber spielen.
D: Ja! Ja, gar nicht mal deswegen nur – weil, ich Spielleite halt gerne, weil ich mir gerne Dinge selber ausdenke und weil ich total schlecht bin, selber im Rätsel lösen. Ich kann zwar Rätsel machen, aber meine Charaktere sind alle doof, ich weiß es nicht. Aber bei diesen Spielleitungslosen-Systemen denkt man sich trotzdem was aus, aber es geht halt, es ist ein völlig anderes Feeling, weil du hast z.B. bei Lovecaftesque, worüber ich ja schon mal geredet habe, hast du eine Person über die du sprichst, und mit mehreren Leuten abwechselnd. Also, nicht jeder hat sein Charakter, es gibt einen und jeder lenkt diese Person.
L: Ach ja, Indie-Systeme. Ich glaub, das ist was, worüber wir in Zukunft vielleicht auch mal eine Folge machen können. Aber jetzt habe ich uns leider gerade vom Thema abgewendet, weil eigentlich wollten wir ja heute unsere Reihe über die World of Darkness starten, richtig?
D: Genau. Genau das ist das Stichwort überhaupt, unsere Reihe zur World of Darkness, weil wie wir gerade gemerkt haben: Über Indie-Systeme kann man viel reden, man kann aber über die World of Darkness alleine auch schon viel reden, weil es da ja verschiedene Aspekte gibt, weil meine World of Darkness ein bisschen anders ist, vielleicht, und weil es so viele verschiedene Systeme gibt und verschiedene Editionen – das kommt dann noch hinzu. Was ich die meiste Zeit gespielt habe, ist die Revised eEition, die dritte Edition müsste das sein. Und jetzt gerade bringen sie ja die fünfte heraus, oder die ist sogar schon draußen. Ja gut, ob die auf Deutsch übersetzt wird, das steht noch in den Sternen. Da ist zwar ein Verlag, der sich da beworben hat, aber gucken wir mal wie ist der weitergeht.
Auf jeden Fall passierte gerade einiges, obwohl sie ja damals gesagt haben nach der dritten Edition: Das wird eingestellt, was sie dann auch erst mal gemacht haben. Was den einfachen Hintergrund hat: Die Lore endete, die haben quasi den Weltuntergang sogar in Abenteuer Büchern und so weiter, haben sie dann dafür gesorgt, dass ist da Geschichten für gibt für alle Systeme die sie halt dazu haben, das war ein Riesenmischmasch. Es gibt allerdings für jedes System eine eigene Art von Weltuntergang und eventuell neu oder auch nicht, also ich habe mir mal, also den von Vampire hatte ich mal in der Hand, und da gibt’s dann fünf Geschichten drin, wo man sich aussuchen kann, was man machen möchte. Also was man davon spielen möchte, wie dieser Weltuntergang denn aussehen soll, oder ob es einfach ein richtiger Weltuntergang ist, und so weiter und so fort. Weil, World of Darkness gab es bis dahin immer quasi als übergeordnete Lore, dieses: „Irgendwann mal geht die Welt unter und das könnte sogar bald sein“
L: Du, aber wenn du World of Darkness und verschiedene Systeme sagst, dann meinst du ja nicht nur Vampire, oder?
D: Genau.
L: Sondern auch Werwölfe und Ghuls – was ist das andere? Sag doch dazu vielleicht noch mal kurz was!
D: Magier gibt’s noch. Also, es gibt Vampire: die Maskerade von der alten World of Darkness, es gibt Werwolf: die Apokalypse, es gibt Magus: die Erleuchtung, wenn mich gerade nicht alles täuscht – ich bin mir gerade gar nicht sicher, weil es gibt nämlich noch die neue World of Darkness – das ist ähnlich, das haben sie danach versucht, mit einem ähnlichen Aufbau, aber völlig anderem Hintergrund, und die Charakterklassen sind auch noch mal anders, das System ist auch noch mal anders. Also, es ist es eigentlich was anderes, und doch irgendwie das Gleiche und ja…ist nicht so gut angekommen in Deutschland.
L: Ok, verstehe. Die World of Darkness ist, wie der Name übersetzt heißt, eigentlich eine ganze Welt mit verschiedenen Nicht-Menschen? So gesehen, die irgendwie zusammen, oder parallel, oder nacheinander existieren?
D: Genau, da sollte ich vielleicht drüber reden. Also, es gibt also Vampire, Werwolf, Magus – das sind jetzt die drei großen Systeme, sage ich mal, Es gibt noch mehr – es gibt noch Mumien, es gibt Geister, es gibt auch bei den Werwölfen noch verschiedene Werkreaturen, also Andere, Werhaie z.B. oder so was, da gibt’s noch so Unter- und Nebenbücher und so was – das kann man mit einbringen, muss man aber nicht. Die sind aber auch alle ein bisschen in der Geschichte mit verankert, so dass man die zumindest mal gehört und gelesen hat, aber man muss jetzt nicht unbedingt das Buch dazu kaufen, weil man weiß: okay, gibt es, fertig. Und Wechselbalg gibt’s noch, genau, das ist auch relativ umfangreich gewesen, das habe ich allerdings selber noch nicht gespielt.
L: Das klingt nach Feen. Wenn man jetzt unsere schönen „Was für Fantasie Kreaturen kenne ich so“-Sache folgt, und es scheint ja der Aufbau der World of Darkness zu sein, oder „Was für mythische Wesen gibt es?“ – die baue ich jetzt in einem System um.
D: Genau. Es gibt auch noch z.B. Unterschied zwischen den westlichen Vampiren und den japanischen Vampiren, weil die haben auch mal ein komplett eigenes, wie die funktionieren, also die sind von dem, wie sie Vampir wurden und was für Kräfte sie haben, komplett anders, als die, ich sag mal Basis Vampire, die westlichen.
Es gibt nämlich auch da spezielle Wandler… ja Werkreaturen, die auch damit ein reinpassen, es gibt sogar extra Jäger – also das ist eine eigene kleine Welt quasi. Genau, es gibt noch Jäger, die sind eigentlich keine übernatürlichen Wesen, aber irgendwie doch, weil sie spezielle Fähigkeiten haben. Und, genau, es ist so, die World of Darkness, also die Welt der Dunkelheit, ist eigentlich so, dass sie im Gegensatz zu unserer Welt – sie ist halt sehr realitätsnah – also man kann quasi in New York rumlaufen wie man das vielleicht auch in Shadowrun oder so was kennt, nur da ist es halt in der Zukunft mit Cyberpunk und so noch mal ganz anders, und die World of Darkness ist mehr so eigentlich so Gothic Style. Es ist dunkler, es ist düsterer, es ist alles noch schlimmer. Die Welt der Dunkelheit ist quasi ein dunkles Abbild unserer Welt.
L: Ok.
D: Und da drin leben halt die Menschen, ohne zu wissen, dass sie nicht die Einzigen sind. Ohne zu wissen, dass es noch Vampire gibt, dass es Werwölfe gibt, dass es Magier gibt. Also, die meisten wissen es nicht. Der Grundton ist: Es ist einfach düster. Und in dieser Düsternis gibt es dann z.b. die Vampire die eigentlich die Puppenspieler der Menschen sind, die Werwölfe, die gegen Monstrositäten kämpfen, die sich Menschen nicht mal vorstellen können, ja, die leben ja auch nicht nur in unserer Welt. Sondern es gibt dann noch verschiedene Schichten, sozusagen Parallelwelten, also es gibt gibt eine Welt, die ist quasi einen Spiegelabbild von der, indem man normal rumläuft – also das ganze nennt man Umbra, das wäre das Nahe Umbra z.B. und dann gibt’s aber noch mehr Welten. Also, du kannst als Werwolf theoretisch kannst auch ein Western-Abenteuer machen, oder du gehst in eine Welt wo du halt Fantasy mit Drachen hast, und keine Ahnung was – das ist theoretisch alles möglich und das kann man mit Magus auch machen.
L: Wow!
D: Ja, es ist richtig cool, eigentlich.
Deswegen ist Werwolf nicht ganz so stark bezogen auf diese Welt, aber es gibt halt trotzdem weltliche Probleme, weil du bist ja quasi ein Monster.
Also, es kommt eben drauf an in der World of Darkness, wo der Fokus liegt. Vampire ist halt eigentlich darauf bezogen, die Menschlichkeit zu erhalten. Wie lange bleibe ich noch Mensch, wann werde ich ein Monster, ein richtiges, blutrünstiges Monster, dem das nachher auch egal ist, ob es Menschen tötet z.B. Das ist so das, worum es bei Vampire geht, oder eben um Intrigen und Werwolf ist halt auch so: Du hast dieses Tier und Biest in dir und so was, aber das ist nicht der Hauptfokus. Deswegen gibt es da, es gibt da keinen Menschlichkeitswert wie in Vampire, es geht da mehr darum: Ich bin ein Werwolf in einem Rudel, der gehört einer Septe an, die sind alle eine riesige Familie. Dann gibt es die Gegenspieler, den Wyrm, also die verdrehten Kreaturen quasi, der aber auch wiederum in Werwölfen auftauchen kann oder in Menschen. Also Werwölfe beschützen Menschen ja auch, aber das ist wieder ein anderes Thema. Und Magus z.B. ist mit Magie. Du tauchst quasi in eine Welt ein, die gegen dich ist. Weil sobald du Magier bist – die Welt an sich ist nicht für Magie geschaffen, es ist also nicht so wie, in ich sag mal Fantasy Welten, wo ich halt Zauberer bin, ich kann zaubern: Puff ! – sondern auch da wieder: Es hat ein Grund, warum Menschen nicht wissen, dass es Magier gibt und diese Struktur, diese Starre, das was quasi der Konsens der Gesellschaft ist, ist halt: Es gibt keine Magie. Und der Magier muss quasi dagegen, gegen die Realität zaubern, und sagen: Ich will jetzt aber das und das machen! Und die Realität sagt: Nö!
Wenn du dann einen Patzer würfelst, dann hat die Realität gesagt: Nö! Und dann gibt es entsprechend Rückkopplungen und hast du nicht gesehen – also Magier leben gefährlich. Weil die – zerplatzen können einfach dadurch, wenn sie Pech haben.
L: Ewwww!
D: Wenn sie zuviel Paradox angesammelt haben, was halt dadurch passiert, wenn du in einer Menschenmenge zauberst und die Menschen glauben halt nicht an Magie. Es hat also doch ein bisschen was mit Glauben zu tun, wenn du jetzt in einem sehr wilden Gebiet zaubern würdest, wo Ureinwohner, die sowieso an magische Sachen glauben – da ist es dann leichter, das zu verkaufen, dass das geht. Wenn du aber in einer technologischen Hochburg sitzt, dann…nein.
L: Weil die Grundmagie quasi schon vorhanden ist.
D: Richtig, genau. Neben dem, dass du halt auch noch erleuchtet werden willst, theoretisch: Also jeder Magier möchte quasi seine höchste Stufe seiner Macht und seines Glaubens erreichen. Also in jeder Tradition gibt es da unterschiedliche Ideen, wie das alles aussieht, wie so eine Erleuchtung auch aussehen soll. Es ist nicht für jeden Magier gleich, es ist auch noch mal individuell, das ist so das Ganze. Und dann gibt es natürlich auch hier wieder Gegenspieler, die auch magisch sind, aber eigentlich alles zerstören wollen, oder verderben wollen und man kann auch da sehr viel spielen. Und ich finde Magier wirken am Anfang noch am menschlichsten, weil sie sich ja auch körperlich nicht verändern. Werwölfe Vampire, da hast du eine körperliche Veränderung: der Vampir stirbt, der Werwolf kann sich verwandeln. Aber es hat sehr viel mit dem mit dem Geist zu tun, da, was für kreative Sachen kann ich mir ausdenken, was kann ich denn zaubern? Magus hat ja auch keine festen Werte, wie bei Vampire oder Werwolf, wo da steht: Ok, du hast ja den Skill, der kann genau das und das, was in den Text drin steht und nur das und nichts anderes, keine Interpretation. So ein bisschen noch, ja gut Spielleitung darf noch was entscheiden. Bei Magus hast du dann: Der kann ungefähr das und das.
Deswegen ist Magus auch das System für Fortgeschrittene, sag ich mal. Vampire ist das einfachste zu erlernen. Bei Magus muss man sich halt immer überlegen, was möchte ich eigentlich schaffen, möchte ich jetzt, keine Ahnung, mir Geld aus der Tasche zaubern, oder möchte ich mich da und da hin teleportieren z.B. und dann guckt man natürlich: Es gibt auch so eine Art Level, du hast einen Skill, den du von 1 bis 5 haben kannst, und der sagt dann halt: wie gut kannst du das zaubern, also geht das mit dem teleportieren z.B. überhaupt oder kannst du das noch gar nicht – das steht da schon drin, aber es gibt keine festen Wert, und deswegen ist es komplexer, aber es gibt einem auch noch mehr Freiheiten. Und seitdem ich Magus gespielt habe, habe ich das auch so ein bisschen auf Werwolf und Vampire gemacht, dass ich dann bei Vampire auch sage: Ja, das steht so ungefähr, aber du kannst doch das und das machen, ne.
Also wie gesagt, ich bin ja viel Spielleitung, und ich dachte halt auch mal, gut dann lockern wir das halt ein bisschen, weil das klingt irgendwie logisch dass das so und so geht. Und das ist halt der Vorteil daran wenn man verschiedene Systeme gespielt hat. Man kann auch nur eins spielen es gibt Leute die haben z.b. die Vampire gespielt oder nur Werwolf und kennen da dann jede Kreatur, die es da gibt, weil die auch z.B. mit verschiedenen Geistertypen zu tun haben, also so mit Naturgeistern und so was und da wissen die dann alles. Es gibt da so spezialisierte Leute, das ist aber ganz schön wenn man eine Mischung hat, finde ich. Wechselbalg kenne ich, wie gesagt, selber nicht – ich habe davon gehört, ich habe es aber nicht gespielt. Das ist auch ganz anders. Das ist viel bunter, weil da geht es im Prinzip darum, dass du aus der Kreativität von Menschen deine Kraft ziehen kannst. Glamour nennt sich das. Deshalb sind sie auch sehr gerne in der Nähe von Kindern z.B., weil da noch mehr davon ist und solche Sachen. Also, das ist auch noch mal: Da gibt’s dann den Feenhof und da gibt es auch verschiedene Sachen – die haben ja halt auch eine normale Gestalt und ihre Feengestalt – aber bei Feen bitte nicht an „klein und mit Flügeln“ denken, sondern die haben, je nachdem wem sie zugehören eine andere Gestalt: einer sieht aus wie ein Troll z.B., Feen…das Wort ist …
L: …relativ….
D: Ja! Es wurde so viel benutzt.
L: Aber es klingt so, als würde jede der einzelnen Unterwelten – Unterwelten natürlich mit einer schönen Doppeldeutigkeit – so ein bisschen ihr eigenes Thema haben. Also, so wie du das jetzt gerade beschrieben hast, klingt es so: Vampire ist sehr ethisch, oder beschäftigt sich zumindest viel mit: Was ist Ethik, was kann Ethik, was, wo liegen meine Werte – auch jetzt nicht Werte im Sinne von…
D: Ja, Moral. Genau, es geht immer um moralische Entscheidungen auch, ja.
L : Genau. Werwolf ist dann eher so ein bisschen: Wie funktioniere ich als Gesellschaft bzw eben als Gruppe durch dieses Rudel-sein, und Magier z.B. so ein bisschen: Wie funktioniere ich in einer Welt, in der ich eigentlich gar nicht existiere? Mehr oder weniger.
D: Ja, es überschneidet sich natürlich. Also, moralische Entscheidungen triffst du auch als Magier, oder als Werwolf, das hat aber nicht unbedingt – wobei doch, als Magier kann man sich da theoretisch deine Art der Magie verändern, wenn du z.B. immer nur Leute tötest.
L: Ok, macht Sinn.
D: Also das sieht man quasi in deiner magischen Aura. Und ja existieren tut ja theoretisch keiner. Und bei Vampire gibt es ja sogar Regeln in der Vampirgesellschaft, dass du dich Menschen nicht zeigen darfst, und solche Sachen, da auch jeden Fall verhindert werden muss, dass die mitkriegen, dass es halt Vampire gibt. Da gibt’s auch schon Jäger als Gegenspieler natürlich, aber ohne übernatürliche Fähigkeiten, sondern das ist dann meistens irgendwie z.B. die Kirche, die dann viele Informationen gesammelt hat und solche Sachen. Das gab’s da halt auch schon und auch, dass es Leute gibt, die dich dafür jagen was du bist, das gibt’s auch immer irgendwie und je nachdem wie man spielt, was die Spielleitung natürlich auch vorbereitet, kann das unterschiedliche wichtig werden. Es kann nämlich, also in der Vampir Gesellschaft ist es so, dass du dafür verurteilt werden kannst von deiner eigenen Vampirgesellschaft, wenn du die Maskerade gebrochen hast, sprich: Mensch hat dich gesehen, oder so was, dann kann es sein, dass du dann den Kopf verlierst, oder so was, je nachdem, wie schlimm es war.
Und dann gibt es eben noch die Jäger, das ist ja auch ein eigenes System, das kam auch erst später raus: Ich glaube, das ist sogar das letzte gewesen, bevor Weltuntergang und so was – weil das auch was damit zu tun hatte, weil die Welt quasi erwacht ist, die Jäger sind dann erwacht, die sind dann erst aufgetaucht, haben bestimmte Fähigkeiten bekommen, um diese Monster zu bekämpfen. Das ist auch wieder der andere Tonus: Du bist eigentlich so was wie ein normaler Mensch, keiner glaubt dir, weil die Menschen glauben ja nicht an die übernatürlichen Wesen und theoretisch kannst du es auch nicht beweisen, weil das wäre doof. Du wirst ja nur als verrückt abgestempelt und weggesperrt, ne. Aber du musst was dagegen tun, oder du musst raus finden, warum die da sind. Also Jäger ist ein bisschen mehr für sich, finde ich, weil man da auch Freiheiten hat, was für Kreaturen man dir entgegen schickt. Das müssen halt jetzt nicht mal Magier, Vampire oder Werwölfe sein, das können halt noch irgendwelche anderen Sachen sein, wo man sich halt reingelesen hat vielleicht. Das ist nochmal ein anderer Schlag und die gehen auch schneller kaputt, weil es halt Menschen sind.
Du kämpfst also gegen Werwölfe, aber du bist eigentlich nur ein Mensch, deshalb musst du eben taktisch vorgehen. Im Normalfall, also laut Kanon ist es dann auch so, dass Jäger im Normalfall alleine unterwegs sind, aber die Gruppe, mit der man spielt ist natürlich ein Zusammenschluss irgendwie, weil man natürlich zusammen stärker ist, solche Sachen. Aber auch Jäger haben das „bei Verstand bleiben“ als Thema. z.B.. die werden irgendwann wahnsinnig, wenn Sie zu viel jagen, also wenn zu viel da drin sind. Ich meine, man sieht ja auch sonst was für Sachen, ne.
L: Ja.
D: Das ist also der Aspekt. Also die japanischen Vampire z.B., die wollen ihr Gleichgewicht zwischen Yin und Yang Kräften behalten, also da geht’s auch nicht so sehr um die Menschlichkeit, auch wenn die Teil davon ist. Jeder hat so seinen Aspekt, das ist wichtig. Eigentlich ist jedes System für sich abgeschlossen und erwähnt zwar die anderen Kreaturen immer mal. Es ist aber nie hundertprozentig so abgepasst, dass man sagen kann: Das kann man gut zusammenspielen! Das merkt man halt oft…ich spiele ja immer mit allen Kreaturen… und das merkt man dann oft, dass man im Vampire-Regelwerk, hat man halt Regeln für ein Werwolf als Gegner z.B. und der benutzt aber natürlich die Werte eines Vampirs, ja? Damit du einen Vergleich hast; Als Vampir kannst du das, und, ja gut der Werwolf ist so. Das Werwolf-Regelwerk hat aber völlig andere Werte.
L: Aber es muss sich ja irgendwie übersetzen lassen, wenn man beide in einer Runde haben möchte.
D: Ja, es ist aber manchmal halt schwierig, also es ist gerade bei,… was ich ja anfangs gesagt habe, dass Vampire dich beherrschen können, dass sie sagen könnten: Du machst jetzt das und das, ne, per Befehl und du kannst dich dagegen wehren – als Vampir und als anderer Übernatürlicher wahrscheinlich auch – so genau deklariert ist das nicht. Das Problem ist nur, dass der Wert, den du dafür brauchst, um dich zu wehren, der steht auf dem Werwolf Charakterbogen gar nicht drauf. Und da muss man dann halt selber gucken, wie mache ich das am besten. Es ist zumindest in der Revised Edition gewesen und in der Editon davor auch, soweit ich gehört habe, ist in der V20, das ja quasi die vierte Edition, also die zum 20-jährigen Jubiläum raus kam – da haben sie zwar auch Skills angepasst, aber nie so Crossover mäßig, das ist nicht da, und das ist halt auch jetzt in der V5 wahrscheinlich auch nicht so richtig.
Wo sie es versucht haben, ist halt in den neuen World of Darkness, weil da gibt es ein Hauptregelwerk, was du immer brauchst um quasi die anderen Sachen Spiel zu können also wenn ein Vampire Regelwerk hast brauchst du das Haupt Regelwerk vorher weil da die grundlegenden Sachen drin sind. Und die vereinen eben auch das Kampfsystem und so weiter für alle. Ich habe es, ehrlich gesagt, noch nicht ausprobiert, aber so grundsätzlich fand ich die Idee nicht schlecht, dass man das wenigstens macht, ne?
Also, wenn man Crossover spielt, dann muss man halt selber kreativ werden und gucken, wie es passt es am besten. Deswegen mache ich das eben auch ja, also ungefähr, ok, dann gehen wir halt auf den Wert, anstatt auf den, denn den gibt’s ja gar nicht – oder solche Sachen, oder wir passen das an, oder – da muss man halt selber Entscheidungen treffen, einfach deswegen gibt es ja auch, denke ich, viele Hausregeln für Gruppen, dass die sagen,ok, wir wir machen das so und so. Und viele sagen von vorne rein: Du kannst das gar nicht zusammen spielen, weil Vampire und Werewolf geht nicht, weil die sich nicht verstehen. Zum Beispiel. Also das Problem gar nicht mal, dass sie sich nicht verstehen, weil es auch wieder individuell eigentlich ist, sondern die haben eigentlich andere Ziele. Der Werwolf möchte die Natur und Gaia schützen und Menschen, der Vampir trinkt von Menschen und möchte lieber seine Macht, sein Imperium vielleicht aufbauen. Das sind völlig verschiedene Themen, die dann eigentlich nicht zusammen passen, weil dann hast du die Spieler quasi immer an unterschiedlichen Orten, weil die ihr eigenes Ding drehen. Da muss man dann eben schon die Idee dahinter haben: Wie kriege ich denn diesen Haufen an unterschiedlichen Wesen so zusammen, dass sie auch zusammen bleiben. Das ist jedes mal interessant aber auch schwierig.
L: Ich finde, ihr habt da, oder wir in unserer Runde, haben da eigentlich ein ganz gutes System, denn du leitest ja noch mit jemanden zusammen diese Welt. Das ist vielleicht was, was wir uns in Zukunft auch mal angucken könnten: Also nicht nur: Warum hast du die Welt geändert, und wie hast du die Welt geändert, sondern auch: Wie ist das, was du gerade beschrieben hast, dass man die eigentlich untereinander gar nicht so gut übersetzen kann, weil die Werte unterschiedlich sind, oder sie Wert auf andere Werte legen, wie man das so ein bisschen mit den zwei Spielleitungen natürlich auch ein bisschen umgehen kann.
D: Ja klar, es hat Vorteile, es hat definitiv Vorteile, zu zweit zu sein, gerade wenn einer die Geschichte gerade erzählt hat und die andere im Hintergrund: Oh, oh, ich guck mal eben im Regelbuch, was ist denn das jetzt?? Also definitiv: Ich habe… weil sonst hat man halt so Pausen, und ich sag mal, wenn man jetzt eine Spielsession hat die sechs Stunden geht, weil man sich getroffen hat und man den ganzen Tag zusammensitzt, dann ist das nicht so schlimm.
Aber wenn das so ist, wie wir das jetzt haben, also drei Stunden abends einmal die Woche und ja – Pausen sind doof. Also einfach, weil es so beschränkt ist. Der Vorteil ist, wir spielen jede Woche, also ist es nicht ganz so schlimm – es gibt Runden, die sehen sich einmal im Monat online, und dann auch nur vielleicht vier Stunden oder so und dann möchtest du auch irgendwas schaffen und wenn du dann erstmal da rum wühlen musst, und wie machen wir das denn jetzt – und das ist mit ein Grund übrigens, warum ich oft sage: Es klappt einfach, oder ihr seid jetzt zwar in einem Gefecht, aber ich kürze es halt ab. Ich mag das Kampfsystem nicht unbedingt, weil das so aufgeblasen ist – es bildet zwar alles ab, sage ich mal, man darf es nicht immer zu genau nehmen. Also das kann ich vielleicht noch kurz sagen zum Kampfsystem.
Meine Mitspielleiterin, die ist halt selber mal in der Armee gewesen und ist deswegen, wenn es um Waffen geht, Waffen kaufen und Waffen überhaupt, immer sehr genau. So von wegen: Das Gewehr hat jetzt, ne, das und das, und überhaupt, und im Regelwerk hast du einen Wert für alle Gewehre. Und ich sitze da immer und denke mir: Ja… also regeltechnisch gesehen macht das gerade gar keinen Unterschied, ob du das jetzt damit bestückt hast oder damit oder damit.
Du schießt halt und du triffst und machst Schaden. So, Peng.
Ich finde das aber Schade andererseits, wiederum, weil sie sich dann halt so viel Mühe gibt, ne, und das zu beschreiben, und der entsprechende Spieler auch, und oh, ja das und das finde ich ja viel cooler und überhaupt! Die können das ja stundenlang machen, und dann sage ich mir dann halt einfach während des Kampfes, ja aber du hast halt das und das dazu, dann bekommst du vielleicht einen Würfel mehr Schaden drauf oder du triffst halt oder du brauchst gar nicht erst würfeln und solche Sachen. Also, das ist flüssiger. Es geht um eine flüssige Beschreibung des Kampfes und ich habe halt, als ich in einer reinen Werwolfrunde mitgespielt habe, wir haben halt echt einen Spieleabend, der vier Stunden ging, dann einen Kampf manchmal gehabt, und das ist nicht so meins, nein. Es war zwar spannend, weil wir auch mehrere Gegner hatten, und wir mussten dann Taktiken einsetzen, Werwölfe haben halt so Rudeltaktiken tatsächlich. D.h., wenn sie bestimmte Dinge zusammen machen, bekommen sie einen Bonus auf irgendwas. Aber trotzdem: Das kann man mal machen, aber wenn das halt so zur Regelmäßigkeit wird – deswegen bin ich, glaube ich, auch nicht mit AD&D warm geworden. Das war auch nur Würfeln und ausrechnen.

L:
Ich wollte gerade sagen: Da gibt es tatsächlich auch vorwiegend im Bereich D&D, also Dungeons & Dragons, auch viele Diskussionen und viele Unterhaltungen, ob Dungeon crawl, da heißt es, ich glaube so es heißt es in anderen Systemen auch, aber wenn du vorwiegend nur kämpfst, ist es dann ein Dungeon crawl, ja oder nein? Wer hat da Lust drauf, wer hat da keine Lust drauf, und gerade die Veränderungen jetzt zum neuen 5E System sind tatsächlich vorwiegend eben auch in den Kampfmechaniken passiert, so dass Kämpfe flüssiger sind und nicht mehr den ganzen Abend dauern. Also, es sei denn, man kämpft gegen drei riesengroße Drachen. Aber man kann eben auch sich sehr viel auf die Geschichte konzentrieren und hat weniger Kampfmechaniken drin.
Ich glaube also das ist in jedem System so ein bisschen immanent, das man gucken muss: Wie möchte ich spielen, möchte ich diesen Kampf-Crunch haben oder möchte ich eigentlich viel lieber eine schöne, oder in der World of Darkness, weniger schöne Geschichte erzählen, und mich mit Moral und Ethik auseinandersetzen, oder habe ich Bock drauf jetzt irgendwie 30 Vampire mit Holzpfählen auseinanderzunehmen.
D: Ja, das ist auch, ich glaube wir können über das Kampfsystem auch komplett eine Folge machen, was es da für Möglichkeiten gibt und was ich mache damit es runder ist – und es gibt viele optionale Kampfregeln auch, also auch generell gibt es im Regelwerk oft, dass sie sagen: Ok, optional das und das, da gucke ich dann auch: Gefällt mir das oder nicht? Das bezieht sich jetzt nicht nur auf den Kampf – also man könnte jetzt eine ganze Folge nur mit dem Kampfsystem füllen, glaube ich.
L: Können wir auch machen, weil ich das persönlich super spannend finde, aber wir haben die ganze Zeit drüber geredet, warum ich deine World of Darkness so cool finde und dass die World of Darkness ja generell anders ist – vielleicht reden wir in der nächsten Folge mal drüber, was deine World of Darkness eigentlich ist, oder?
D: Ja das klingt gut. Also nächstes Mal wieder einschalten, wir werden jetzt ein paar mal wahrscheinlich über die World of Darkness sprechen. Wenn uns was anderes spannendes zwischendurch einfällt, dann schieben wir das so dazwischen, das werdet ihr dann merken! Auf dem SchmetterTing RPG Talk geht es jetzt also wieder rund mit uns Zweien.
L: Das klingt wie eine Drohung, aber es ist in Wahrheit ein Versprechen.
D: Ja, genau, das machen wir schon. Kommentare, Meinungen gerne, ihr könnt uns direkt auf schmetterTing.de dazu was schreiben oder auf Twitter, wir haben eben auch das Twitter handle @Flockespricht und wir beide haben auch noch mal eigene Twitterhandles, das und anderes werdet ihr dann in den Shownotes finden, auch zu Patreon und was wir sonst noch so haben.
L: Das klingt gut, sehr gut. Ja, das ist immer so ein bisschen seltsam, so eine Session zu beenden. Danke dir für das nette Gespräch und bis zum nächsten Mal!
D: Auf Wiederhören an die Zuhörer und, genau, danke fürs nette Gespräch! Ich glaube, wir werden nie aufhören zu reden, wir beide.
L: Oh ja, seid gespannt, das war diesmal eine Drohung.
D: Ja!
L: Tschüss!
D: Tschüss!

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